Lerne Dentalassistentin, werde Milchtechnologin

Profis kommen weiter: zum Beispiel Olivia Hinni

Von den Milchzähnen zu den Milchshakes: Olivia Hinni hat mit 24 Jahren bereits zwei berufliche Grundbildungen abgeschlossen. Eine im Gesundheitswesen und eine in der Lebensmittelbranche.

Lerne Dentalassistentin, werde Milchtechnologin

Sie sind mit einer beruflichen Grundbildung als Dentalassistentin ins Erwerbsleben gestartet. Wieso?
Bis zum Ende der obligatorischen Schulzeit konnte ich mich nicht auf einen Beruf festlegen. Also habe ich an einer Handelsmittelschule in der Westschweiz ein 10. Schuljahr absolviert und während dieser Zeit in verschiedenen Berufen geschnuppert. Dentalassistentin gefiel mir am besten. Der Beruf verlangt Fingerspitzengefühl – also feinmotorisches Geschick. Solches bringe ich aus meinem Hobby mit, der Malerei.

Heute sind Sie Milchtechnologin. Was hat Sie bewogen, neue Wege zu gehen?
Das war Zufall. In meinem Erstberuf war ich glücklich und konnte nach Lehrabschluss im Lehrbetrieb weiterarbeiten – allerdings nur zu 60 Prozent. Über Bekannte wurde ich angefragt, die restliche Zeit in der Dorfkäserei mitzuhelfen. Ich sagte zu, und es gefiel mir vom ersten Tag an ausgezeichnet. Als mich der Chef fragte, ob ich nicht eine Zweitlehre als Milchtechnologin absolvieren wolle, musste ich nicht lange überlegen. So habe ich – salopp gesprochen – von den Milchzähnen zu den Milchshakes gewechselt.

Welche Hürden mussten Sie auf Ihrem Bildungsweg überspringen?
Der Wechsel in eine zweite berufliche Grundbildung war grundsätzlich unproblematisch. Ich konnte die Ausbildung in zwei statt in drei Jahren absolvieren und war vom allgemeinbildenden Unterricht an der Berufsfachschule dispensiert. Allerdings erfordert ein solcher Wechsel persönliche Flexibilität. Ich musste während der Ausbildung finanziell zurückbuchstabieren, hatte wenig Zeit für Freunde und Bekannte und musste mich auf neue Herausforderungen einstellen – beispielsweise darauf, um 5 Uhr früh mit der Arbeit zu beginnen.

Was haben Sie als Dentalassistentin gelernt, das für Sie auch als Milchtechnologin unverzichtbar ist?
Zupass kamen mir primär meine Kenntnisse in Sachen Hygiene. Ich war überrascht zu sehen, wie wichtig Hygiene auch in der Lebensmittelbranche ist. Profitieren konnte ich zudem von meiner Teamfähigkeit. In der Zahnarztpraxis wie in der Dorfkäserei arbeitet man in einem kleinen Team, das harmonieren muss.

Weshalb lohnt sich eine Zweitlehre?
Heute habe ich zwei berufliche Standbeine und damit mehr Entwicklungsmöglichkeiten. Mir gefallen beide Berufe – ich würde am liebsten in beiden gleichzeitig arbeiten … (lacht). Hinzu kommt, dass jede Ausbildung den Horizont erweitert. Ich habe eine neue Branche kennengelernt und neue Freundschaften geschlossen.

Olivia Hinni im Profil

Alter 24
Erstberuf Dentalassistentin EFZ
Zweitberuf Milchtechnologin EFZ
Andere Abschlüsse 10. Schuljahr Handelsmittelschule Saint-Imier
Betrieb Käsereigenossenschaft Riggisberg

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