Lerne Sanitärinstallateur,
werde Vize-Weltmeister

PROFIS KOMMEN WEITER: ZUM BEISPIEL Florian Müller

Die WM-Silbermedaille verdankt Florian Müller zu einem wesentlichen Teil seinem früheren Chef. Dieser meldete ihn für die Schweizer Berufsmeisterschaften an. So entwickelte sich Florian Müllers Laufbahn anders als geplant – aber nicht minder erfolgreich.

Lerne Sanitärinstallateur, <br/>werde Vize-Weltmeister

Sie sind mit einer beruflichen Grundbildung als Sanitärinstallateur EFZ ins Erwerbsleben gestartet. Wieso?
Wegen des Hockeys. Meine Eltern wollten, dass ich mithelfe, mein Hobby zu finanzieren. Daher arbeitete ich in meiner Freizeit beim Sanitärinstallateur im Dorf. So lernte ich die Branche kennen. Drei weitere Argumente kamen hinzu. Erstens: Wasser hat mich immer fasziniert. Es ist unser wichtigstes Lebensmittel. Zweitens: Ich wollte immer mit den Händen arbeiten. Drittens: Sanitärinstallateur ist ein vielfältiger Beruf. Geschickte Hände sind genauso wichtig wie der eloquente Umgang mit Kunden. Zudem arbeitet man viel an der frischen Luft.

Wer oder was hat Sie motiviert, an Berufsmeisterschaften teilzunehmen?
«Schuld» ist mein früherer Chef, der auch als Experte an Berufsmeisterschaften wirkte. Da ich die beste Lehrabschlussprüfung im Kanton Solothurn gemacht hatte, meldete er mich einfach an – hinter meinem Rücken … (lacht). Als er mir aber Videos von Berufsweltmeisterschaften zeigte, war ich fasziniert. Ich stieg mit dem festen Ziel ins Rennen, es bis an die WM zu schaffen.

2011 sind Sie an den WorldSkills in London Vize-Weltmeister geworden. Was bedeutet Ihnen dieser Erfolg?
Ich bin noch immer mega stolz – zuerst der zweite Platz an den Schweizermeisterschaften, dann das Stechen gegen die besten Sanitär- und Heizungsmonteure der Schweiz, weil an der WM Sanitäre und Heizungsmonteure in einer Disziplin antreten, schliesslich der Wettkampf gegen die Teilnehmenden aus 26 Ländern. Das war hart. Aber ich habe extrem viel gelernt – auf fachlicher und persönlicher Ebene. Die Vorbereitung war intensiv und ging in praktischer Hinsicht über das hinaus, was ich später im Rahmen meiner Weiterbildungen gelernt habe. Und die Erfahrung, Teil einer Nationalmannschaft zu sein und an Weltmeisterschaften teilzunehmen, ist unbezahlbar. Dank den Berufsmeisterschaften ist mein Name innerhalb der Branche bekannt. Das öffnet mir bis heute Türen.

Später haben Sie die Berufsprüfung zum Chefmonteur, die höhere Fachprüfung zum Sanitärmeister und die Berufsprüfung als Ausbildner absolviert. Warum?
Nach der Lehre wollte ich die Berufsmaturität machen und an einer Fachhochschule ein technisches Studium absolvieren. Es kam anders: Die Berufsmeisterschaften haben mich in der Branche gehalten. Ziel meiner höheren Berufsbildungen war, mehr Verantwortung zu übernehmen. Heute arbeite ich als Lernmoderator. Ich schule Mitarbeitende, Lernende und Kunden sowie Ingenieure und Planer.

Welche Eigenschaften braucht es, um im Beruf Erfolg zu haben?
Motivation und Wille. Wer bereit ist, jeden Tag etwas Kleines dazuzulernen, kann Grosses erreichen. Das lohnt sich, denn Stillstand ist Rückschritt. Das duale Berufsbildungssystem der Schweiz bietet enorm viele Möglichkeiten, beruflich voranzukommen.

Florian Müller

Alter 28

Erstberuf

Sanitärinstallateur EFZ

Andere Abschlüsse

Chefmonteur BP
Sanitärmeister HFP
Ausbildner BP

Betrieb

R. Nussbaum AG, Olten

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