Lerne Chemielaborant, werde Berufsinspektor

Profis kommen weiter: zum Beispiel Ruedi Aegerter

Auch als Berufsinspektor arbeitet der gelernte Chemielaborant Ruedi Aegerter nach dem Motto: Wer aufhört, besser zu werden, hört auf, gut zu sein.

Lerne Chemielaborant, werde Berufsinspektor

Sie sind mit einer beruflichen Grundbildung als Chemielaborant ins Erwerbsleben gestartet. Wieso?
In der Schule wurde meine Neugier für Chemie, Mathematik und Naturwissenschaften geweckt, denn schon als Junge wollte ich verstehen, wie die Dinge funktionieren. Ich tüftelte gerne, deshalb haben mich bei der Berufswahl vor allem die praktischen Berufe interessiert. Bei der Berufsberatung kam denn auch Chemielaborant als möglicher Beruf heraus. Ich ging in verschiedene Firmen schnuppern und fand bald eine passende Lehrstelle. Die abwechslungsreiche Ausbildung gefiel mir, förderte sie doch mein Verständnis für Zusammenhänge. Auch erhielt ich in der Lehre in viele Arbeitsbereiche Einblick.

Heute sind Sie Berufsinspektor. Was hat Sie bewogen, neue Wege zu gehen?
Nach der beruflichen Grundbildung war ich vier Jahre im Beruf tätig. Mein Wunsch, Neues zu ergründen, liess mich dabei nicht los. Mit der Zeit merkte ich, dass mich die Arbeit als Chemielaborant nicht mehr genügend forderte. Ich hatte den Drang, mich weiterzuentwickeln und mehr zu erreichen. Als sich mir die Möglichkeit bot, in die Berufsbildung zu wechseln, packte ich die Chance. Als Werkschullehrer gab ich mein Wissen fortan an Lernende weiter. Es war eine schöne Aufgabe, junge Menschen auf ihrem Weg zu begleiten. Der Berufsbildung bin ich deshalb treu geblieben: Heute bin ich als Berufsinspektor tätig.

Welche Hürden mussten Sie auf Ihrem Bildungsweg überspringen?
Ich habe meine Weiterbildungen berufsbegleitend absolviert. Dabei galt es, mit dem Arbeitgeber stimmige Bedingungen auszuhandeln, was sich nicht immer einfach gestaltete. Ich empfand es zudem als anspruchsvoll, Arbeit, Familie und Weiterbildung unter einen Hut zu bringen. Doch das geht wohl allen so, die berufsbegleitende Weiterbildungen absolvieren. Profitiert habe ich davon, dass die Ausbildungsinhalte eng mit der Praxis verknüpft waren, so konnte ich das erworbene Wissen gleich in den Arbeitsalltag einbringen.

Was haben Sie in der Grundbildung gelernt, das auch für Ihre heutige Tätigkeit unverzichtbar ist?
Meine Lehre als Chemielaborant hat mir Freude am Lernen und eine gesunde Portion Neugier vermittelt. Es war schon damals mein Antrieb, Zusammenhänge zu verstehen und daraus die besten Lösungen abzuleiten. Dieser Forscherdrang wurde in der Lehre gefördert und prägt mich noch immer. Heute hilft mir dieser Gesamtblick zum Beispiel, die komplexe Bildungslandschaft besser zu verstehen. Auch hier gilt für mich: Ich richte den Blick auf das Grosse und Ganze und leite daraus ab, was sich in meinem Arbeitsbereich verbessern lässt.

Weshalb lohnt sich Weiterbildung?
Jede meiner Weiterbildungen hat meine persönliche Entwicklung gefördert, meinen Wissensdurst gestillt und mir neue Möglichkeiten eröffnet. Dies ist mir Antrieb und Motivation, deshalb starte ich demnächst mit einem weiteren Studium. Ich bin überzeugt, dass man mit Weiterbildungen beruflich und persönlich am Ball bleibt - das ist in der heutigen Zeit besonders wichtig. Mein Motto lautet deshalb: Wer aufhört, besser zu werden, hört auf, gut zu sein.

Ruedi Aegerter im Profil

Alter 48
Erstberuf Chemielaborant (heute Laborant EFZ Fachrichtung Chemie)
Andere Abschlüsse
  • Eidg. Fachausweis Technischer Kaufmann
  • Master of advanced studies ZFH in Ausbildungsmanagement
  • Ausbildung ab August 2015: Master of Science in Berufsbildung am EHB
Aktuelle Tätigkeit Berufsinspektor/ Bildungsberater
Arbeitgeber Kanton Aargau, Departement BKS, Abteilung Berufsbildung und Mittelschule

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