Lerne Elektroniker, werde Ingenieur

Profis kommen weiter: zum Beispiel Hervé Fischer

«Mit Weiterbildung kann man sich berufliche Träume erfüllen», sagt Ingenieur Hervé Fischer. Heute entwickelt er Antriebe für Auto-Klimaanlagen. Das in der Lehre erworbene praktische Wissen ist für diese Tätigkeit unverzichtbar.

Sie sind mit einer beruflichen Grundbildung als Elektroniker ins Erwerbsleben gestartet. Wieso?
Ich wollte Neues entdecken und in eine mir unbekannte Welt eintauchen. Aus Neugier schnupperte ich in einem Unternehmen, das elektronische Überwachungssysteme für die Flugzeugindustrie herstellt. Ich hatte Glück und konnte meine Lehre als Elektroniker in diesem spannenden Betrieb absolvieren. Da ich Spass an Mathematik und Naturwissenschaften hatte, fiel mir die Lehre leicht.

Heute sind Sie Ingenieur in Elektrotechnik. Was hat Sie bewogen, neue Wege zu gehen?
Mir war schon während der Lehrzeit klar, dass ich der Welt der Elektronik treu bleiben würde. Die Arbeit faszinierte mich von Beginn weg. Nach der Lehre wollte ich mein praktisches Wissen in Richtung Konzeption und Innovation ergänzen. Deshalb erlangte ich an der Fachhochschule Freiburg den Bachelor in Elektrotechnik mit Vertiefungsrichtung Elektronik und den Master in Engineering - industrielle Technologien. Das Studium war interdisziplinär aufgebaut: Die Vielfalt an Lerninhalten hat mir besonders gefallen.  

Welche Hürden mussten Sie auf Ihrem Bildungsweg überspringen?
Die grösste Herausforderung war das Zeitmanagement. Ich absolvierte ein Vollzeitstudium und konnte meinen Lebensunterhalt nur dank einem Stipendium der Hirschmann-Stiftung und durch Wochenendarbeit bestreiten. Meine Hobbies wollte ich dabei nicht opfern: Ich habe deshalb in Sachen Zeitoptimierung und Umgang mit Stress viel gelernt. Die Unterstützung meiner Familie und Freunde war dabei wertvoll und motivierte mich. 

Was haben Sie in der Grundbildung gelernt, das auch für Ihre heutige Tätigkeit unverzichtbar ist?
Ich absolvierte meine Lehre in einem Betrieb mit 500 Mitarbeitenden. Bereits mit 16 Jahren lernte ich, mich in ein Team zu integrieren und Verantwortung zu übernehmen. Dies sind Fähigkeiten, die mir bis heute nützlich sind. Die Lehre war sehr vielfältig: Nebst der Elektronik erhielt ich Einblick in die Logistik und die Organisation. Heute bin ich als Entwicklungsingenieur tätig. Eine meiner Aufgaben ist es, Antriebe für Klimaanlagen zu entwickeln, die in Autos eingebaut werden. Das in der Lehre erworbene praktische Wissen ist für diese Tätigkeit unverzichtbar.

Weshalb lohnt sich Weiterbildung?
Mein Ziel war es stets, Freude an der Arbeit zu haben. Ich kann mir nicht vorstellen, einer Tätigkeit nachzugehen, die mich nicht ausfüllt. Mit einer Weiterbildung kann man sich berufliche Träume erfüllen. Und das tun, was man gerne macht – dann fühlt sich Arbeit gar nicht wie Arbeit an. Auch sollte man sich der Zukunft nicht verweigern und offenbleiben für die Veränderungen im eigenen Berufsfeld. Gerade dies macht die Arbeit so richtig spannend.

 

Hervé Fischer im Profil

Alter 30
Erstberuf Elektroniker
Andere Abschlüsse
  • Bachelor in Elektrotechnik, HTA Freiburg
  • Master in Engineering – industrielle Technologien, HES-SO
Aktuelle Tätigkeit Hardware Ingenieur
Arbeitgeber Johnson Electric Switzerland AG, Murten

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