Lerne Bekleidungsgestalterin, werde Maskenbildnerin

Profis kommen weiter: zum Beispiel Anina Gerber

Anina Gerber schminkt und frisiert an der Royal Opera in London Sängerinnen und Sänger. Dabei sind ihre Kreativität und ihr zeichnerisches Talent gefragt.

Lerne Bekleidungsgestalterin, werde Maskenbildnerin

Sie sind mit einer beruflichen Grundbildung als Bekleidungsgestalterin ins Erwerbsleben gestartet. Wieso?
Im zweiten Jahr des Gymnasiums stellte ich fest, dass mir in einer rein schulischen Ausbildung der Bezug zur Praxis fehlte. Ich suchte nach Alternativen und entschied mich für eine Lehre als Bekleidungsgestalterin. Ich wollte anpacken, gestalten und am Ende des Arbeitstages ein Resultat sehen. Da ich mich für Mode interessierte, passte die Lehre perfekt zu mir.

Heute sind Sie Maskenbildnerin. Was hat Sie bewogen, neue Wege zu gehen?
Während meiner Ausbildung zur Bekleidungsgestalterin merkte ich, dass ich gerne zeichne und entwerfe. Nach dem Lehrabschluss überlegte ich, wie ich diese Fähigkeiten beruflich stärker ins Zentrum rücken könnte. Im Internet fand ich die Ausbildung zur Maskenbildnerin in England. Damit konnte ich gleich zwei Träume verwirklichen: in London leben und mein zeichnerisches Talent zum Beruf machen.

Welche Hürden mussten Sie auf Ihrem Bildungsweg überwinden?
Mit 19 Jahren alleine nach London ziehen: Das war die höchste Hürde. Ich hatte dort keinen Freundeskreis und musste mich in einer Fremdsprache zurechtfinden. Das war einerseits aufregend, andererseits fühlte ich mich oft einsam. Schwierig war, dass ich nach meiner Ausbildung vorerst keine Stelle fand. Doch ich blieb hartnäckig. Mein Motto lautete: nicht aufgeben! Nach zwei Monaten klappte es mit einer Stelle als Freelancerin an der Royal Opera. Heute bin ich bei verschiedenen Produktionen fürs Make-up und die Frisuren der Opernsängerinnen und -sänger zuständig.  

Was haben Sie in der Grundbildung gelernt, das auch für Ihre heutige Tätigkeit unverzichtbar ist?
Als Bekleidungsgestalterin habe ich gelernt, mit Kunden umzugehen. Das kommt mir heute zugute, denn meine Modelle sollen sich wohlfühlen, während ich sie schminke und frisiere. Auch von meinem Arbeitsstil als Bekleidungsgestalterin profitiere ich: Unter Zeitdruck arbeite ich bewusst langsamer und genauer. So unterlaufen mir keine Fehler – das spart Zeit und Arbeit.

Weshalb lohnt sich Weiterbildung?
Wenn man in jungen Jahren eine Lehre absolviert, weiss man nicht, ob es der Beruf fürs Leben ist. Mit einer Weiterbildung kann man die Weichen neu stellen; diese Chance habe ich genutzt. Mit der Weiterbildung zur Maskenbildnerin habe ich meine in der Erstausbildung erworbenen Kompetenzen weiterentwickelt und meiner Kreativität Raum gegeben. Heute übe ich einen Beruf aus, der mich glücklich macht.

Anina Gerber

Alter 22
Erstberuf Bekleidungsgestalterin EFZ
Andere Abschlüsse 1-Year-Higher-Education-Certificate in Make-up and Hair
Aktuelle Tätigkeit Freelance make-up artist
Betrieb Royal Opera House, Wicked the Musical, Harry Potter and the Cursed Child

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