LERNE GRAVEURIN, WERDE INTERACTION DESIGNERIN

Profis kommen weiter: zum Beispiel Laura Bayona

«Die Berufsbildung bietet jederzeit die Möglichkeiten, den beruflichen Weg neu zu gestalten» – sagt Gestalterin Laura Bayona (29). Sie flüchtete mit 14 aus Kolumbien in die Schweiz. Heute arbeitet sie als Screendesignerin in einer Agentur für Branding, Kommunikation und digitale Lösungen.

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Sie sind mit einer beruflichen Grundbildung als Graveurin ins Erwerbsleben gestartet. Wieso?
Ich wollte Grafikerin werden. Aber in diesem Beruf gibt es kaum Lehrstellen. Während des Vorkurses an der Schule für Gestaltung, den ich nach dem Berufsvorbereitenden Schuljahr absolvierte, lernte ich die Technik des Gravierens kennen. Die präzise handwerkliche Arbeit gefiel mir. Also suchte ich auch in diesem Beruf nach einer Lehrstelle. Mit Erfolg.

Heute sind Sie Interaction Designerin. Was hat Sie bewogen, neue Wege zu gehen?
Die Arbeit als Graveurin war mir zu wenig kreativ und zu wenig handwerklich. Graviert wird heute fast ausschliesslich mit CNC-Maschinen. Zudem war es immer mein Ziel, einmal in der grafischen Industrie oder der Werbebranche zu arbeiten. Also habe ich mich nach der Lehre über Weiterbildungen informiert. Der berufsbegleitende Studiengang an der Schule für Gestaltung Bern und Biel hat mich angesprochen. Heute entwickle ich für Unternehmen visuelle Auftritt und Kampagnen in elektronischen Medien. Mich fasziniert daran, das Design und Funktionalität zusammenfinden.

Welche Hürden mussten Sie auf Ihrem Bildungsweg überspringen?
Ich kam mit 14 in die Schweiz, konnte kein Wort Deutsch und musste mich in einem neuen Bildungssystem zurechtfinden. Entsprechend konnte ich mein Potenzial nicht angemessen aufzeigen – ein grosses Handicap bei der Lehrstellensuche. Zudem fand ich es schwierig, mit 15 Jahren eine Berufswahl zu treffen. In Kolumbien gibt es keine Berufsbildung. Man macht die Matura und geht an die Uni. Man hat also mehr Zeit für die Berufswahl.

Was haben Sie in der Grundbildung gelernt, das auch für Ihre heutige Tätigkeit unverzichtbar ist?
Exakt und gut organisiert zu arbeiten. Ein Fehler in der Gravurvorlage, und das Arbeitsstück ist nicht mehr zu retten. Weiter profitiere ich von meinen typografischen Kenntnissen.

Weshalb lohnt sich Weiterbildung?
Die Lehre ist eine gute Ausgangslage – aber sie reicht heute immer weniger für ein ganzes Berufsleben. Wirtschaft und Technologie entwickeln sich. Da muss man sich permanent weiterbilden. Und: In der Regel merkt man erst mit der Berufserfahrung, welche Arbeitsgebiete einen wirklich interessieren. Die Berufsbildung bietet jederzeit die Möglichkeiten, den Berufsweg neu zu gestalten. Man sollte sich daher bei der Berufswahl nicht unter Druck setzen. Es muss nicht gleich der Traumberuf sein. Wichtig ist, dass man eine Lehre macht. Danach ist alles möglich.

Laura Bayona

Alter

29

Erstberuf

Graveurin EFZ

Andere Abschlüsse

dipl. Gestalterin HF Kommunikationsdesign /
Interaction Design

Betrieb

Geyst AG, Zürich

Im richtigen Film

Laufbahn & Karriere (7 Min.)
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