LERNE MALER, WERDE SOZIALPÄDAGOGE

Profis kommen weiter: zum Beispiel Jiri Hlavacek

Jiri Hlavacek (43) kam im Alter von fünf Jahren aus der ehemaligen Tschechoslowakei in die Schweiz. Die Migrationserfahrung hat ihn geprägt. Nach der Malerlehre reifte der Wunsch, andere Menschen mit erschwerten Startbedingungen zu begleiten. Sein neuer Beruf als Sozialpädagoge macht dies möglich.

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Sie sind mit einer beruflichen Grundbildung als Maler ins Erwerbsleben gestartet. Wieso?
Eigentlich wollte ich Schriftenmaler werden. Doch im Betrieb, in dem ich schnupperte, war nur noch eine Lehrstelle als Maler frei … (lacht). So fand ich einen wunderbaren Beruf. Bis heute bin ich stolz, wenn ich an einem Haus vorbeikomme, das ich gestrichen habe.

Heute sind Sie Sozialpädagoge. Was hat Sie bewogen, neue Wege zu gehen?
Meine Familie flüchtete 1981 aus der damaligen Tschechoslowakei in die Schweiz. Zu Beginn waren wir primär mit unserer Integration beschäftigt: sich in eine andere Gesellschaftsordnung hineindenken, Deutsch lernen, ein soziales Umfeld aufbauen … Nicht einfach für einen Fünfjährigen. Glücklicherweise gab es den Fussball. Über das Spiel fand ich Anschluss und Akzeptanz. Die Migrationserfahrung hat mich geprägt. Irgendwann reifte der Wunsch, andere Menschen mit erschwerten Startbedingungen auf ihrem Weg zu unterstützen. Als Sozialpädagoge ist das möglich.

Welche Hürden mussten Sie auf Ihrem Bildungsweg überwinden?
Die Sprache war das grösste Hindernis. Als wir in die Schweiz kamen, konnte ich kein Wort Deutsch. Und: Meine Eltern konnten mich bei Schularbeiten aufgrund der Sprachbarriere kaum unterstützen. Ich war meist auf mich alleine gestellt. Ein Nachteil bezüglich Schulerfolg.

Was haben Sie in der Grundbildung gelernt, das auch für Ihre heutige Tätigkeit unverzichtbar ist?
Teamarbeit und Durchhaltewillen. Mein Lehrmeister war ein Wadenbeisser. Und das meine ich durchaus positiv. Er trieb mich an, bis ans Ziel durchzuhalten – auch gegen meine pubertären Widerstände. Geholfen hat auch, dass ich immer Freude an der Arbeit hatte. Es ist wichtig, dass Jugendliche einen Beruf wählen, der ihren Interessen und Neigungen entspricht.

Weshalb lohnt sich Weiterbildung?
Ich arbeitete schon vor meiner Weiterbildung im Sozialbereich. Aber mir fehlte das notwendige Hintergrundwissen. Als studierter Sozialpädagoge kann ich Menschen kompetent und professionell begleiten. Zudem haben sich meine Arbeitsmarktfähigkeit und meine Verdienstmöglichkeiten deutlich verbessert. Zurzeit arbeite ich in einem Schulheim für Kinder und Jugendliche.

Jiri Hlavacek

Alter

43

Erstberuf

Maler EFZ

Andere Abschlüsse

Dipl. Sozialpädagoge HF

Betrieb

Zürcherische Pestalozzistiftung Knonau

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