Lerne Elektroinstallateur, werde Physiker

Profis kommen weiter: zum Beispiel Léandre Del Giudice

Léandre Del Giudice setzte sich bereits als Jugendlicher Ziele für seine berufliche Laufbahn. Er startete mit einer beruflichen Grundbildung und erfüllte sich später seinen Traum, an der Eidgenössischen Technischen Hochschule in Lausanne Physik zu studieren.

ausbildung, weiterbildung, lehre, berufsbildung

Sie sind mit einer beruflichen Grundbildung als Elektromonteur (heute Elektroinstallateur) ins Erwerbsleben gestartet. Wieso?
Ich wusste bereits mit 14, dass ich Physiker werden wollte. Leider reichte mein Notendurchschnitt nicht für den Besuch des Gymnasiums. Ich musste mich anders orientieren und ging zur Berufsberatung. Dort empfahl man mir, einen technischen Beruf zu wählen. Ich machte eine Schnupperlehre als Elektromonteur bei einem Glasverpackungshersteller. Die Arbeit und der Betrieb gefielen mir so gut, dass ich dort die vierjährige Lehre absolvierte.

Heute sind sie Physiker. Was hat Sie bewogen, neue Wege zu gehen?
Wie gesagt, ein Physikstudium war ein lang gehegter Traum. Als Kind betrachtete ich mit dem Teleskop die Sterne und stellte mir Fragen zum Sonnensystem und zur Funktionsweise der Planeten. An meinem Traum hielt ich nach dem Lehrabschluss fest: Ich holte die Berufsmatur nach und besuchte danach den Mathematik-Spezialkurs an der Eidgenössischen Technischen Hochschule in Lausanne. Anschliessend absolvierte ich die Passerelle, welche mir den Zugang zur Universität und damit zum Studium der Physik ermöglichte.

Sie beenden demnächst Ihre Anstellung als Verantwortlicher für Glasschmelzung und -zusammensetzung und starten nochmals mit einem Studium, warum?
Ich werde mich an der Pädagogischen Hochschule in Lausanne zum Gymnasiallehrer in Physik ausbilden lassen. Ich möchte mein Wissen weitergeben und junge Menschen für die faszinierende Welt der Physik begeistern.

Welche Hürden mussten Sie auf Ihrem bisherigen Bildungsweg überwinden?
Hart war, dass ich die Berufsmatur nicht während der Lehre machen konnte, weil meine Noten dafür nicht ausreichten. Ich holte die Berufsmatur deshalb später in einem Vollzeitlehrgang nach. Dabei waren die Sprachen die grösste Herausforderung: Ich musste in den Fächern Deutsch und Englisch innerhalb kurzer Zeit viel Schulstoff aufholen. Dies erforderte Durchhaltewillen und Disziplin.  

Was haben Sie in der Grundbildung gelernt, das auch für Ihre heutige Tätigkeit unverzichtbar ist?
Ich habe gelernt, mir Ziele zu setzen und meine Wünsche und Träume ernst zu nehmen. Das finde ich ganz wichtig. Es lohnt sich, nicht aufzugeben und dranzubleiben, wenn etwas nicht auf Anhieb klappt. Diese Beharrlichkeit wird mir in der Ausbildung zum Gymnasiallehrer erneut nützlich sein.

Weshalb lohnt sich Weiterbildung?
Die Welt verändert sich schnell: Neue Technologien erfordern neue Kompetenzen. Ich finde es wichtig, dass man sein Wissen à jour hält und somit fit bleibt für den Arbeitsmarkt. Bildung stärkt zudem das Selbstvertrauen und erweitert den Horizont. Last but not least: Man lernt in den Ausbildungen interessante Menschen kennen.

Léandre Del Giudice

Alter

34

Erstberuf

Elektroinstallateur EFZ

Andere Abschlüsse

Physiker (EPFL)

Aktuelle Tätigkeit

Verantwortlicher für Glasschmelzung und Glaszusammensetzung bei Vetropack SA, St-Prex

Zukünftige Ausbildung

Studium zum Gymnasiallehrer in Physik an der HEP Lausanne

Im richtigen Film

Laufbahn & Karriere (7 Min.)
Höhere Berufsbildung


Links

Laufbahnplanung
Neuorientieren, weiterbilden, umschulen: Die Berufsberatung gibt Tipps zur Laufbahnplanung und zeigt, welche Aus- und Weiterbildungen es gibt.
Berufsberatung