Lerne Fachfrau Betreuung, werde Sozialpädagogin

Profis kommen weiter: zum Beispiel Cindy Dos Santos

Cindy Dos Santos arbeitet in einer auf Demenz spezialisierten Langzeitinstitution. Sie übt einen Job aus, der ihr jeden Tag Freude bereitet. Im Interview erzählt sie, wie sie sich das Rüstzeug für ihre anspruchsvolle Tätigkeit geholt hat.

Sie sind mit einer beruflichen Grundbildung als Fachfrau Betreuung ins Erwerbsleben gestartet. Wieso?
Menschen und ihr soziales Umfeld haben mich bereits als Jugendliche interessiert. Ich wollte deshalb einen Beruf erlernen, bei dem der Mensch im Zentrum steht. Ich absolvierte verschiedene Schnupperlehren, etwa im Coiffeurgewerbe, in der Betreuung oder in der Hotellerie. Schliesslich entschied ich mich für die Lehre als Fachfrau Betreuung. Überzeugt hat mich, dass es in diesem Beruf möglich ist, längerfristige Beziehungen zu den Menschen aufzubauen.

Heute sind Sie diplomierte Sozialpädagogin HF. Was hat Sie bewogen, diesen Abschluss zu erzielen?
Mein erlernter Beruf hat mir gut gefallen, allerdings wollte ich mir mehr Wissen im sozialen Bereich aneignen. So entschied ich mich für die Ausbildung zur Sozialpädagogin. Den Lehrgang absolvierte ich berufsbegleitend neben meiner damaligen Tätigkeit in einem Alters- und Pflegeheim.

Welche Hürden mussten Sie auf Ihrem Bildungsweg überwinden?
Während der Ausbildung zur Sozialpädagogin musste ich lernen, dass die Herangehensweise von Gesundheits- und Betreuungsfachpersonen oftmals unterschiedlich ist. Isst beispielsweise eine betreute Person nichts, berücksichtigt die Pflegefachperson primär gesundheitliche Aspekte. Als Sozialpädagogin frage ich nach den sozialen Ursachen für dieses Verhalten: Gibt es unter den Personen am Tisch vielleicht Probleme, die zur Essensverweigerung führten?

Was haben Sie in der Grundbildung gelernt, das auch für Ihre heutige Tätigkeit unverzichtbar ist?
In der Lehre wurde mir vermittelt, worauf es bei der Aktivierung ankommt: Ich habe gelernt, auf die betreuten Menschen einzugehen, eine Beziehung zu ihnen aufzubauen und die Aktivitäten auf ihre individuellen Bedürfnisse abzustimmen. Bei einer Person kann das ein täglicher Spaziergang sein, bei einer anderen das gemeinsame Zubereiten einer Mahlzeit. 

Weshalb lohnt sich Weiterbildung?
Dank meines Abschlusses kann ich mich beruflich entfalten und einen Beruf ausüben, der mir jeden Tag Freude bereitet. Zudem verändern sich die Anforderungen des Arbeitsmarkts laufend. Es ist deshalb wichtig, sein Fachwissen à jour zu halten. Meine berufsbegleitende Weiterbildung ermöglichte es mir ausserdem, Theorie und Praxis optimal zu verbinden.

 

Cindy Dos Santos

Erstberuf

Fachfrau Betreuung EFZ (generalistische Ausbildung)

Andere Abschlüsse

Diplomierte Sozialpädagogin HF

Aktuelle Tätigkeit

Sozialpädagogin

Arbeitgeber

Fondation les Chevrières, Boncourtn

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