Berufsmessen: auch für Eltern

Damit sich Jugendliche für einen geeigneten Berufsweg entscheiden können, müssen nicht zuletzt auch die Eltern über die vielfältigen Möglichkeiten des Schweizer Bildungssystems Bescheid wissen. Zahlreiche Berufsmessen bieten deshalb auf Eltern ausgerichtete Besuchstage und Informationsanlässe an. Auch an der Berufsmesse Zürich fand eine Infoveranstaltung für Eltern statt.

Längst ist klar, dass Eltern einen wichtigen Einfluss auf die Berufswahl ihrer Kinder haben. Berufsmessen bieten deshalb auch Eltern die Möglichkeit, sich über das Schweizer Bildungssystem zu informieren. Vor diesem Hintergrund öffnet die Berufsmesse Zürich jeweils auch am Samstag ihre Tore. Eltern, die unter der Woche arbeiten, erhalten so die Möglichkeit, ihre Kinder zur Berufsmesse zu begleiten und sich selbst über die Berufswahl zu informieren. An der letzten Ausgabe der Messe führte der KMU- und Gewerbeverband Kanton Zürich (KGV) am Samstag einen Informationsanlass durch, der sich speziell an Eltern richtete.

Mit einer Lehre Karriere machen
Ziel des Events war es, den Eltern einen Überblick über das Schweizer Berufsbildungssystem und dessen Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten zu geben. «Eltern sind wichtige Ansprechpartner für uns. Sie sind es, die ihren Kindern zur Seite stehen, wenn es darum geht, die richtige Berufswahl zu treffen», erklärte Thomas Hess, Geschäftsleiter des KGV, an der Veranstaltung. Eltern hätten aber oftmals eine veraltete Vorstellung des Bildungssystems. «Früher hat man beispielsweise oft gesagt, dass das Gymnasium der einzige Weg zu Karriere und Sozialprestige sei», sagte Hess. Dieses Bild habe sich bei manchen Eltern gehalten. Die Karrieremöglichkeiten seien allerdings auch mit einer Berufslehre vielfältig.

Niklaus Schatzmann, Amtschef des Mittelschul- und Berufsbildungsamts des Kantons Zürich
Niklaus Schatzmann, Amtschef des Mittelschul- und Berufsbildungsamts des Kantons Zürich

Berufsbildung ist qualitativ hochwertig
Niklaus Schatzmann, Amtschef des Mittelschul- und Berufsbildungsamts des Kantons Zürich, stellte an der Veranstaltung das Berufsbildungssystem und die Berufsmatura vor. Dabei beleuchtete er die vielfältigen Möglichkeiten, die sich den Jugendlichen bieten: «Es gibt nicht den einen richtigen Weg. Der beste Weg für ein Individuum ist jener, der seine Stärken am besten zur Geltung bringt.» Zudem erklärte Schatzmann, wie hoch die Qualität der Schweizer Berufslehre ist und welche Möglichkeiten sich nach Abschluss der Lehre bieten. Anschliessend erläuterte Jan Schibli, Geschäftsleiter und Inhaber der Elektrotechnik-Firma Schibli AG, den Stellenwert der Berufsbildung aus der Sicht eines Unternehmers. «Unser Ziel ist es, möglichst viele Berufe auszubilden, damit wir Nachwuchs generieren können. Denn nur mit qualifiziertem Nachwuchs können wir Spitzenleistungen erbringen», sagte er. Zudem gab er Tipps, wie Jugendliche in der Lehre erfolgreich sein und wie die Eltern ihre Kinder dabei unterstützen können.

Persönlicher als im Internet
Der Saal war gut gefüllt. Zahlreiche Eltern waren gekommen, um zu erfahren, wie das Berufsbildungssystem aufgebaut ist. «Mein Sohn hat zwei berufliche Grundbildungen ins Auge gefasst, die ihm zusagen würden», sagte ein Vater, der die Veranstaltung mit seinem Sohn besuchte. Auch wenn sein Sohn bereits klare Vorstellungen hatte, in welche berufliche Richtung er gehen will, holten sie sich an der Berufsmesse so viele Informationen zur Berufsbildung und zu diesen beiden Ausbildungen, wie nur möglich. An einem anderen Punkt stand eine Mutter, die den Anlass ebenfalls besuchte: «Ich bin heute mit meiner Tochter hergekommen, um Informationen zur Berufslehre und zu diversen Berufen zu erhalten. Das System ist heute viel durchlässiger als noch vor 30 Jahren.» Sie begrüsse, dass Berufsmessen sich auch an Eltern richten. Es sei persönlicher, sich so über Berufe und das Bildungssystem zu informieren, als beispielsweise im Internet. Sie erhoffe sich, dass ihre Tochter, die noch unschlüssig sei, an der Berufsmesse einen Beruf für sich entdeckt, der ihr zusagt. Denn ihr ist nach dem Besuch an der Berufsmesse klar: Die Berufsbildung bietet ihrer Tochter viele Chancen.

Folgende Berufsmessen finden 2023 statt:
28. April – 7. Mai: tunBern in Bern
31. August – 3. September: OBA Ostschweizer Berufsmesse in St.Gallen
5. – 10. September: Aargauische Berufsschau in Wettingen
7. – 9. September: Schaffhauser Berufsmesse in Schaffhausen
21. – 23. September: Berufsmesse Thurgau in Weinfelden
9. – 12. November: ZEBI Zentralschweizer Bildungsmesse in Luzern
15. – 19. November: Berufsschau 2023 in Münchenstein
15. – 19. November: Fiutscher (Bündner Berufsausstellung für Aus- und Weiterbildungen) in Chur
21. – 25. November: Berufsmesse Zürich in Zürich